• elenaen

Der Nachtmodus auf elektronischen Displays


Noch ein Blick auf das Smartphone, bevor man einige Minuten später die Augen schließt und sich ins Land der Träume begibt. Da das bläuliche Licht von elektronischen Bildschirmen unseren natürlichen Schlaf jedoch verzögern kann, ist es ratsam auf abendliches Scrollen zu verzichten. Optional kann man einen sogenannten Nachtmodus nutzen, dieser kann laut Schlafforschern das Einschlafen deutlich verbessern. Was steckt dahinter?

Der Nachtmodus auf elektronischen Displays

Licht verhilft dem Menschen zur Orientierung. Tageslicht und auch elektrische Lichtstrahlen erzeugen Stimmungen, können die Gesundheit positiv beeinflussen und takten die innere Uhr. Durch verschiedene Lichtquellen kann unser Tagesrhythmus stark variieren. Die sogenannte „Master Clock“ kontrolliert präzise die zeitlich abgestimmten Vorgänge im Körper und ist dabei abhängig von Licht.

Abends, wenn es dunkel wird, produziert die Zirbeldrüse im Gehirn Melatonin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Mensch müde wird. Es entschleunigt die Körperfunktionen und bereitet uns auf die Nachtruhe vor. Tageslicht hingegen hemmt die Sekretion von Melatonin. Sobald unsere Augen in Kontakt mit Licht in Wellenlängen zwischen 380 bis 600 Nanometer kommen, wird die Melatoninproduktion um bis zu 55 Prozent verringert.

Diese wachmachende Wirkung von Licht, die vor allem durch blaue Strahlen hervorgerufen wird, ergibt durchaus Sinn. Sobald das erste Sonnenlicht den genetisch festgelegten Rhythmus wieder erweckt, schaltet das Gehirn in den produktiven Tagesmodus.

Auch moderne Displays erstrahlen größtenteils in blauem Licht. Dies kann unter Tags hilfreich erscheinen, beeinträchtigt beim abendlichen Scrollen und Surfen im WorldWideWeb aber den natürlichen Melatoninhaushalt. Ein Blick auf den erleuchteten Bildschirm im Dunkeln suggeriert dem Gehirn Tageslicht ein und programmiert es auf Aktivität. Ergebnis: Wir werden weniger müde und schlafen schlechter.

Studien ergeben, dass man nach Benutzung des Smartphones zehn Minuten länger zum Einschlafen braucht als ohne Browsing. Wesentlich bedenklicher ist jedoch die Beeinträchtigung der REM-Schlaf-Phase. Grund dafür liegt im Aufbau unserer Netzhaut. Diese reagiert auf blaue Wellenlängen im Bereich von 480 Nanometer besonders empfindlich. Blaues Licht, das von elektronischen Bildschirmen verwendet wird, wirkt sich sehr negativ auf unser Schlafverhalten aus. Experten raten daher, am Abend vom Blick auf das Handy abzusehen. Denn blaues Licht signalisiert dem Körper: Wachbleiben!

Was aber tun, wenn man vor dem Zubettgehen nicht auf Facebook, Twitter und Co. verzichten möchte? Um das Einschlafen trotz nächtlicher Display-Aktivitäten zu erleichtern, haben Software-Entwickler sich dem Problem angenommen.

Da warme Lichtfarben den Körper auf die Nacht einstimmen, haben sie einen sogenannten Blaufilter entwickelt. Dieser reduziert den Blaulichtanteil auf Bildschirmen und erzeugt so ein weitaus angenehmeres, rotes Licht, welches sich kaum auf den Melatoninhaushalt auswirkt. Der Nachtmodus passt die Helligkeit und die Farbe des Displays von Smartphone und Co. an die Dunkelheit an.

Die daraus resultierende, rötlich-schimmernde Darstellung strengt unsere Augen weniger an und gestaltet nächtliches Lesen auf elektronischen Devices angenehmer. Viele Hersteller wie zum Beispiel Apple oder Samsung haben ihre Einstellungen mit hauseigenen Nachtfiltern versehen. Außerdem gibt es zahlreiche Apps auf dem Markt, welche das abendliche Scrollen als Bremse der Melatoninproduktion verhindern.

Vorsicht ist jedoch bei manchen Blaufilter-Apps geboten, die aus unseriösen Quellen stammen. Diese könnten als Overlay unbemerkt Passwörter und Nutzereingaben abfangen. Daher unbedingt auf die Vertrauenswürdigkeit der Sofware achten.

Unser Fazit:

Für ein perfektes Licht-Setup empfiehlt es sich, neben einer Tageslichtleuchte mit wachmachender Wirkung am Abend einen Blaulichtfilter auf elektronischen Bildschirmen einzusetzen. So kann unser Körper in der Schlafeinleitenden Phase deutlich besser zur Ruhe kommen und das Schlafhormon Melatonin aufbauen. Schon nach kurzer Zeit hat sich das Auge an die warmen, angenehmen Farbtemperaturen auf dem Display gewöhnt und bereitet uns auf einen wohlverdienten, tiefen Schlaf vor.


Sie lesen 'Der Nachtmodus auf elektronischen Displays' vonHEAVN Lights Blog

20 Ansichten
www_heavn-lights.png
0